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07/08/20

„Ich bin eine Künstlerin und jedes meiner Werke ist ein Unikat. Was gestalte ich? Wellness-Erlebnisse. Und jede Behandlung stellt für mich ein Kunstwerk dar.“ Mit diesen Worten definiert Stefania Grisenti, Spa-Managerin der Centoundici Spa vom Hotel Lido Palace in Riva del Garda und externe Dozentin an der Ausbildungseinrichtung Opera Armida Barelli von Rovereto, ihre Tätigkeit.

Ihr beruflicher Werdegang zeichnet sich durch eine umfassende Erfahrung im Management sowie in den Vorbereitungsarbeiten für die Eröffnung neuer Spa-Filialen aus. Diese Tätigkeit ist sowohl auf beruflicher als auch auf persönlicher Ebene bereichernd und ermöglicht ihr, Spa-Fachkräfte auszubilden und innovative Protokolle und Rituale zu entwickeln. Frau Grisenti ist ehrgeizig und motiviert und hat ihr Interesse für die zwischenmenschliche Komponente ihrer Arbeit durch das Erwerben eines zweiten Schulabschlusses mit dem Schwerpunkt Geisteswissenschaften vertieft.

 

Was umfasst die Arbeit einer Spa-Managerin? Welche Vor- und Nachteile hat diese Tätigkeit? Über diese und weitere interessante Aspekte wird Frau Grisenti im Laufe des folgenden Interviews berichten.

Was ist eine Spa-Managerin?
„Über diese Frage könnte man ein ganzes Buch schreiben. Um es aber kurz und knapp zu halten: Die Spa-Managerin ist das Herz und der Motor eines Spas. Sie verkörpert das Wertesystem und Leitbild des Unternehmens und ist dafür zuständig, dessen Ziele mit der jeweils geeignetsten Strategie zu verwirklichen.“

Welche Qualifikationen sind erforderlich, um Spa-Managerin zu werden?
„Heutzutage gibt es mehrere Möglichkeiten, um in diesen Beruf einzusteigen.
Ursprünglich musste eine Spa-Managerin eine Ausbildung zur Kosmetikerin abgeschlossen haben. Formelle Qualifikationen im Bereich Spa-Management wurden nämlich erst in den letzten Jahren eingeführt, obwohl dieses Berufsprofil eigentlich schon lange existiert. Heute ist aber eine Ausbildung zur Kosmetikerin kein unerlässliches Kriterium mehr, um als Spa-Managerin zu arbeiten. Zu ihren Aufgaben zählen zum Beispiel die Buchhaltung, das Erreichen vereinbarter Umsatzziele so-wie die Personalauswahl und -verwaltung – Kompetenzen, die im Rahmen vieler Management-Ausbildungskurse erworben werden und kein Fachwissen in der Kosmetikbranche voraussetzen. Das heißt aber nicht, dass das Know-how einer Kosmetikerin bei diesem Job nicht zugutekommen kann oder nicht gar wünschenswert ist.“

Welche Kompetenzen sind für eine Spa-Managerin besonders wichtig?
„Ich würde zwischen erworbenen und angeborenen Kompetenzen unterscheiden.
Für die alltägliche Ausübung dieser Tätigkeit sind auf der einen Seite Fachkenntnisse erforderlich, die im Rahmen von Ausbildungskursen, Schulungen und praktischen Erfahrungen gewonnen wer-den.
Es gibt aber auch Fertigkeiten, die meiner Meinung nach eine noch wesentlichere Rolle spielen und die in einem angeboren sind – u.a. natürliche Führungsqualitäten, Empathie, lösungsorientiertes Denken, Kontaktfreudigkeit und gute Kommunikationsfähigkeiten. Die Spa-Managerin ist nämlich dafür zuständig, das Personal zu unterstützen und zu motivieren, Ziele zu setzen, die Teamleistung zu messen – und dabei auch eine lebendige und interaktive Beziehung zu den Kunden zu pflegen.“

Was gehört zu Ihrem alltäglichen Aufgabenbereich?
„Es gibt keinen typischen Arbeitstag und jeder Tag ist anders. Ich könnte aber meine Aufgaben in den folgenden Gruppen zusammenfassen.
Zuallererst ist ein wesentlicher Teil meines Jobs die Kommunikation und der Austausch mit den Spa-Angestellten, die in den Behandlungskabinen in direktem Kontakt mit den Kunden sind – sie sind sowohl meine rechte Hand als auch meine „Augen“.
Außerdem bin ich dafür zuständig, die Rückmeldungen unserer Kunden zu sammeln und eventuelle Probleme oder technische Störungen schnellstmöglich zu lösen. Ich bin mit allen Firmenabteilungen in Verbindung und bespreche mit ihnen Kundenanfragen und -bedürfnisse und mögliche Schwierigkeiten. Ich versuche mich immer über unsere Kunden auf dem Laufenden zu halten, wenn ich sie während ihres Besuchs nicht persönlich treffen kann. Schließlich bin ich für Statistiken, Be-richte, Bestandsaufnahmen, Bestellungen, Verbrauchsüberwachung und Budget zuständig; ich pflege zudem die Kontakte mit unseren Lieferanten. Diese Backoffice-Aufgaben wechseln sich im Laufe des Arbeitstages mit Kundenbetreuungsaktivitäten ab.“

Arbeiten Sie oft im engen Kontakt mit den Kunden oder eher im Backoffice?
„Es kommt auf den Tag und auf die wechselnden Prioritäten an.
In vielen Fällen werden Spa-Managerinnen, wenn sie ausgebildete Kosmetikerinnen sind, auch in den Behandlungskabinen eingesetzt – als Maßnahme zur Produktivitätssteigerung. Glücklicher-weise ist die Arbeit am Hotel Lido Palace so strukturiert, dass sich meine Arbeit auf die Kundenbetreuung, die Entwicklung neuer Strategien und Programme und die Abwicklung spezifischer Verfahren ausrichten kann. Ich diene als Ansprechpartnerin für das gesamte Personal, das Hotelmanagement und weitere Abteilungen und bin zudem für die Ausbildung unserer Mitarbeiter verantwortlich (Protokolle, Schulungen und Leistungsüberwachung).“

Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrer Arbeit?
„Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, junge Fachkräfte auszubilden und zu betreuen, ihnen positive Werte und meine Leidenschaft für diese Tätigkeit zu vermitteln, sie bei der Bewältigung all-täglicher Probleme zu unterstützen und schließlich sie zu motivieren, sich stetig zu verbessern.
Seit ein paar Jahren bin ich mir auch der wesentlichen Rolle der Datenerfassung und Statistik bewusster geworden. Sie erlauben mir nämlich, wichtige Entscheidungen auf der Grundlage fundierter Zahlen und nicht meiner Subjektivität zu treffen, um alle Aktivitäten innerhalb des Spas sachlicher verwalten zu können.“

Muss jedes Spa über eine Spa-Managerin verfügen?
„Es besteht keine gesetzliche Pflicht – vor allem für kleinere Spas mit weniger als drei oder vier Angestellten, wo eine Teamleiterin schwer einzubringen wäre. Es steht aber außer Frage, dass dieses Berufsprofil den Umsatz eines Spas steigern und ihm eine zielorientierte Führung anbieten kann.“

Ist der Anerkennungsgrad dieses Berufsprofils in Italien anders im Ausland?
„In Italien werden gerade immer mehr Ausbildungsstätten und -einrichtungen eröffnet, die sich auf das Spa-Management fokussieren. Es handelt sich aber nicht um reines Management und Interessenten sollten auch Lernmotivation und Leidenschaft für die Wellnessbranche beweisen. Dieses Berufsprofil findet immer mehr Anerkennung, wobei ich der Ansicht bin, dass wir in Italien noch weit von dem Ziel entfernt sind, ein internationales Spa-Management-Modell zu verwirklichen.“

Gehört eine Spa-Managerin in jedem Spa oder sollen bestimmte Voraussetzungen vorliegen?
„Alle Spas, die sich ehrgeizige Geschäftsziele setzen, würden von der Einstellung einer kompetenten Spa-Managerin profitieren, die spezifische Strategien entwickelt, um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen. Selbstverständlich müssen aber kleinere Unternehmen selber einschätzen, ob sie die Fixkosten für eine weitere festangestellte Mitarbeiterin tragen können.“

Inwieweit wirkt sich die Tätigkeit einer Spa-Managerin auf den Spa-Umsatz aus?
„Das ist eine gute Frage. Ich wage zu behaupten, dass eine qualifizierte und kompetente Spa-Managerin sogar den Unterschied zwischen Scheitern und Erfolg machen kann. Wenn ein Boot einen unaufmerksamen Kapitän oder gar keinen hat, kann es schnell vom Kurs abkommen und ab-driften. Mit einem erfahrenen Kapitän an Bord wird es aber sicherlich das gewünschte Ziel erreichen.“

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